erstellt von Dr. med. Martin Seitz

01.06.2018
Gesundheit! Ein Weckruf!

Wenn man gesund ist hat man viele Wünsche, wenn man krank ist nur einen. Diesen Aphorismus verwendet Landrat Armin Kroder in letzter Zeit häufiger. Das zeigt, die Gesundheitspolitik ist im Landkreis ein wichtiges Thema. Mangel an Hebammen, Pflegekräften, überfüllte Notaufnahmen, Krankenhausschließung - die Liste der Probleme ist lang. Auch bei uns machen sich das bemerkbar. Die Schließung des Krankenhauses Hersbruck hat einen deutlichen Weckruf ertönen lassen. Ein weiteres Problem ist der zunehmende Ärztemangel. Im Zulassungsbezirk Lauf ist die Entwicklung besorgniserregend. Hier werden etwa 44% der Hausärzte in den nächsten Jahren ihr Rentenalter erreichen. Einige sind schon über 70 und praktizieren immer noch. Sie finden keine Nachfolger. Junge Ärzte sind nicht mehr bereit unter zunehmend schwierigen Bedingungen das finanzielle und unternehmerische Risiko zu tragen. Den Nachwuchsmangel merken auch die Krankenhäuser. Wenn sich das nicht ändert, könnten die verbliebenen Hausärzte die Bevölkerung nicht mehr adäquat versorgen. Dies ist nicht nur ein Problem der Stadt Lauf, im Landkreis sieht es nicht besser aus. Deshalb kann das nicht von einem Ort alleine gelöst werden. Gesundheitsversorgung ist eine Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge und somit politische Aufgabe. Es braucht landkreisübergreifende Lösungen. Wir Freien Wähler haben deshalb vor einiger Zeit einen Antrag gestellt, im Landratsamt eine Stelle zu schaffen, um die Situation zu analysieren, Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen. Leider wurde der Antrag mit den Stimmen von CSU, SPD und GRÜNEN abgelehnt. Unser Gesundheitssystem hat eine der größten strukturellen Veränderungen seit der Einführung durch Bismarck 1883 vor sich. Es ist nicht nur der Nachwuchsmangel, die nachfolgende Ärztegeneration hat andere Vorstellung der Berufsausübung. Dies und die zunehmende Digitalisierung erfordert neue Strukturen in der Gesundheitsversorgung. Hier gibt es keine Patentrezepte. Es müssen passgenaue Strukturen gefunden werden. Ob sich medizinische Versorgungszentren durch z.B. Ärzte bilden oder die Kommunen solche Versorgungstrukturen betreiben, für alles gibt es Beispiele. Das wird personellen und finanziellen Einsatz der Politik vor Ort erfordern. Ohne zusätzliches Personal wird sich das nicht bewerkstelligen lassen. Die Politiker von CSU, SPD und GRÜNEN müssen endlich aufwachen!