erstellt von Martin J. Maier

03.11.2017
Erwachsen- und Älterwerden in Lauf

Freie Wähler stellen Weichen für Verwaltung der Zukunft

Im Oktober fand im ganzen Landkreis eine Aktionswoche zum Thema „Älterwerden im Nürnberger Land“ statt. Im Durchschnitt ist Lauf älter als Bayern. Deshalb müssen auch wir vor Ort vordenken. „Noch nie waren Senioren so fit und aktiv wie heute“ schrieb Landrat Armin Kroder im Programmheft zur Aktion und ermunterte darin weiter, neue Perspektiven und Anregungen zu erkennen. Dem stimmen wir zu, die Anzahl der Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, steigt aber gleichermaßen.

Frische Ideen benötigt unserer Ansicht nach deshalb auch die Verwaltung. Wo zunehmend ältere Menschen wohnen, kann sich der Bürgerservice nicht aufs Rathaus beschränken. Bonndorf bietet z.B. seit kurzem in einem Modellversuch ein „mobiles Rathaus“ an. Mitarbeiter der Stadt kommen zu behinderten und älteren Menschen ins Haus – Verwaltungsvorgänge können mit einem speziell ausgestatteten Koffer im eigenen Wohnzimmer vorgenommen werden. In den kommenden Tagen werden wir einen Antrag einreichen, der die Verwaltung damit beauftragt, die damit einhergehenden Kosten zu kalkulieren und  die Ergebnisse dann dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen. Doch darf Kommunalpolitik nicht nur auf die wachsende Gemeinschaft der Älteren achten.

Auch für junge Bürgerinnen und Bürger wird unserer Ansicht nach zu wenig getan in Lauf. Es ist nicht damit erledigt, Anregungen des Jugendrates aufzunehmen, das nötige Geld im Haushalt aufzustöbern und einzelne Projekte zu realisieren. Jugendpolitik bedeutet Zukunftspolitik – Vorgehen aus einem Guss ist notwendig. Der bayerische Jugendring empfiehlt zahlreiche Instrumente, um Jugendliche zu erreichen, wie wichtig die Herangehensweise ist, zeigte sich kürzlich. Viele Jugendliche sagten in einer Jugendratssitzung, dass sie nicht wüssten, welche Möglichkeiten der politischen Teilhabe es in der Stadt gibt. Erst eine postalische Einladung brachte Erfolg. Es zeigt sich auch hier: Nicht nur Demokratie für Erwachsene kostet Geld, auch Demokratie für Jugendliche gibt es nicht zum Nulltarif.

Der schwierigen Frage der Finanzierung stellen wir uns gewissenhaft in den kommenden Monaten – wenn der Haushalt 2018 auf der Agenda steht.